Die Liebe zur Sprache
Sonntag, März 28th, 2010In einer Zeit, in der nur wenige lesen und schreiben konnten, war der Beruf der Korrektoren hoch angesehen. Sie waren Gelehrte und beherrschten neben ihrer Muttersprache mehrere Fremdsprachen, vor allem Latein und Griechisch. Durch die Verfeinerung der Drucktechnik sank zunehmend der Stellenwert des gewerblichen Korrektorats.
Es ist nun mal Fakt, dass kein verfasster Text von Anfang an frei von Fehlern ist. Mit ein Grund dafür ist die mangelnde Kenntnis der neuen deutschen Rechtschreibung. Für die Fehlerbeseitigung ist das Korrektorat zuständig.
Bei Texten, die fürs breite Publikum bestimmt sind, muss alles stimmen, damit die Kunden oder die Fans auch zufrieden gestellt werden. Ansonsten wird der Leser innerhalb weniger Sekunden so abgeschreckt, dass er sofort den Kontakt mit der Webseite abbricht.
Wer ein freiberufliches Korrektorat ausübt oder in einem Verlag als Korrektor angestellt ist, der hat in den meisten Fällen ein mit Erfolg abgeschlossenes Germanistikstudium vorzuweisen. Als Korrektor arbeiten vorwiegend jene, die eine adäquate Liebe zur Sprache mitbringen.
Die Arbeit im Korrektorat beginnt mit der Überprüfung von Texten im Hinblick auf die Grammatik, Rechtschreibung, Silbentrennung und die Zeichensetzung. Im Unterschied zum Lektorat nimmt der Korrektor keine Veränderung des geschriebenen Materials vor. Er feilt weder am Stil des Textes herum, noch werden Verkürzungen oder dergleichen vorgenommen.
Für die Drucklegung der Texte gibt der Korrektor seinen letzten Schliff dazu. Sein Spezial- bzw. Allgemeinwissen kommt ihm vor allem bei anspruchsvollen Texten zu Gute.
Das Lektorat prüft zusätzlich Inhalte und Sprachgebrauch. Im Fokus der Arbeit eines Lektors stehen Schreibstil und Syntax der Texte.
Das Lektorat in einem Verlag ist eine Abteilung, in der vorwiegend literarische Mitarbeiter tätig sind. Der erste Mann im Haus für einen Autor ist also der Lektor. Denn er allein entscheidet schlussendlich ob das vorliegende Manuskript zum Verleger gelangt oder eben nicht. Weiters ist das Lektorat wesentlich daran beteiligt bei der Zusammenstellung von Autorenprogrammen und Verlagsprogrammen.
